Reithandschuhe 2026: Die besten Handschuhe für Reiter im Test 🧤

Julia HartmannJulia Hartmann · 06.03.2026 · ca. 11 Min. Lesezeit · aktualisiert März 2026
Reithandschuhe – Reiter hält Zügel mit Lederhandschuhen
💡 Das Wichtigste vorab: Reithandschuhe schützen nicht nur vor Blasen – sie verbessern die Griffigkeit am Zügel, schützen vor Kälte und machen auf Turnieren einen gepflegten Eindruck. Für den Alltag reichen synthetische Modelle ab 20 Euro vollständig aus.

Reithandschuhe sind die unterschätzte Kategorie in der Reitsportausrüstung. Viele Reiter kaufen irgendwelche günstigen Handschuhe aus dem Baumarkt – und wundern sich dann über Blasen, schlechten Zügelkontakt und klamme Finger im Winter. Dabei macht ein guter Reithandschuh einen spürbaren Unterschied für Komfort, Kommunikation mit dem Pferd und Sicherheit.

In diesem Ratgeber zeige ich dir, worauf es wirklich ankommt, welche Materialien sich wann lohnen, und welche Modelle 2026 die besten für Freizeit und Turnier sind.

🧤 Warum Reithandschuhe wirklich wichtig sind

Ein guter Reithandschuh verbessert die Griffigkeit am Zügel, schützt deine Hände vor Blasen und Scheuerstellen, und hält sie im Winter warm. Wer regelmäßig reitet, merkt schnell: Die richtige Handbedeckung ist kein Luxus, sondern beeinflusst unmittelbar die Qualität der Hilfengebung.

Stell dir vor: Du reitest eine Stunde lang mit nassen, roh geriebenen Händen. Du verkrampfst, die Verbindung zum Pferd leidet, deine Haltung verändert sich. Ein gut sitzender Reithandschuh eliminiert dieses Problem komplett.

Die vier Hauptfunktionen von Reithandschuhen:

  1. Griffigkeit: Rutschfeste Materialien an Innenhand und Fingern verbessern die Kontrolle am Lederriemen oder Kunststoffzügel
  2. Schutz: Scheuerstellen, Blasen und Reibungswunden werden verhindert – besonders bei langen Trainingseinheiten
  3. Wärme: Im Winter halten isolierte Handschuhe Finger beweglich und schützen vor Kälteschäden
  4. Optik: Gepflegte Reithandschuhe gehören zum Turnier-Look dazu – besonders in der Dressur

Wer ohne Handschuhe reitet, riskiert auf längere Sicht eine Verdickung der Hornhaut an Innenhand und Fingern – ein Zeichen, dass die Hände dauerhaft belastet werden. Handschuhe verhindern das.

🔄 Leder vs. Synthetik: Der große Materialvergleich

Lederhandschuhe bieten die beste Griffigkeit, formen sich optimal ans die Hand an und wirken auf Turnieren klassisch-elegant. Synthetische Handschuhe sind praktischer im Alltag: maschinenwaschbar, günstiger und oft atmungsaktiver. Für die meisten Alltagsreiter ist Synthetik die bessere Wahl.

Verschiedene Reithandschuhe im Vergleich – Leder und Synthetik
Von links: Leder-Turnierhandschuh, synthetischer Alltagshandschuh, Winterhandschuh

Lederhandschuhe – Vor- und Nachteile:

  • ✅ Exzellente Griffigkeit, auch bei Nässe
  • ✅ Passt sich der Handform an (nach Eintragezeit)
  • ✅ Klassischer Look für Turnier und Dressur
  • ✅ Sehr langlebig bei guter Pflege
  • ❌ Nicht maschinenwaschbar
  • ❌ Teurer (ab 40 Euro für gute Modelle)
  • ❌ Benötigt regelmäßige Lederpflege
  • ❌ Trocknet langsamer nach Nässe

Synthetische Handschuhe – Vor- und Nachteile:

  • ✅ Maschinenwaschbar (30°C)
  • ✅ Günstiger (ab 15 Euro)
  • ✅ Oft besser belüftet (Netz-Rücken)
  • ✅ Schnell trocknend
  • ✅ Viele Farb- und Designoptionen
  • ❌ Weniger langlebig als Leder
  • ❌ Nicht ganz so klassisch für Turniere

Unser Fazit: Für Training und Freizeit → Synthetik. Für wichtige Turniere (Dressur A+) → Leder. Viele Profireiter haben beide Varianten im Einsatz.

☀️ Sommer- vs. Winterhandschuhe

Sommerhandschuhe sind dünn, atmungsaktiv und fingerlos oder mit Netzrücken – sie halten die Hände kühl und trocken. Winterhandschuhe haben eine Isolierschicht und sind wasserabweisend behandelt – unverzichtbar bei Temperaturen unter 5°C. Zwischensaison-Modelle gibt es auch.

Sommerhandschuhe: Die Finger brauchen Feingefühl und die Handinnenfläche maximale Griffigkeit, aber der Handrücken soll so wenig wie möglich isolieren. Gute Sommerhandschuhe haben daher oft einen Netz- oder Mesh-Rücken. Materialien wie Lycra, Spandex oder dünnes Synthetik sind ideal. Besonders beliebt: die leichten Roeckl Touch-Handschuhe oder die Covalliero Serie.

Winterhandschuhe: Hier ist Wärmehaltung Priorität, aber ohne die Hand zu sehr einzuschränken. Gute Winterreithandschuhe kombinieren eine Isolierschicht (oft Thinsulate) mit einer rutschfesten Innenhandfläche. Wasserdichte Modelle mit GORE-TEX oder ähnlicher Membrane sind bei nassem Winterwetter Gold wert. Budget: 40–80 Euro für gute Wintermodelle.

Empfehlenswert: Roeckl Winter-Handschuhe sind unter Reitern der Goldstandard für kalte Tage. Auch HKM Thermohandschuhe bieten gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

📏 Größentabelle: So findest du die richtige Größe

Miss den Umfang deiner dominanten Hand (Schreibhand) mit einem Maßband auf Knöchelhöhe. Dieser Wert in Zentimetern gibt dir deine Handschuhgröße bei den meisten Reitsport-Marken. Bei Unsicherheit: eine Nummer größer wählen, nicht kleiner.

Handumfang (cm)Roeckl-GrößeHKM / CovallieroInternationale Größe
15–16 cm5,5–6XSXS
17–18 cm6,5SS
18–19 cm7MM
19–20 cm7,5LL
20–22 cm8XLXL
22+ cm8,5–9XXLXXL

Wichtig: Handschuhe sollen eng sitzen – sie dehnen sich beim ersten Einreiten etwas aus. Falten in der Innenhand bedeuten: zu groß. Eingeschränkte Fingerbewegung: zu klein.

🏆 Die besten Reithandschuhe 2026 im Vergleich

Diese Modelle haben wir ausgiebig getestet und empfehlen sie für verschiedene Einsatzbereiche. Die Auswahl umfasst Budget-Optionen bis Premium-Modelle – für jede Reiterin das passende Modell.

ModellMaterialPreis (ca.)SaisonFür wen?Note
HKM StandardSynthetik15–25 €SommerEinsteiger⭐⭐⭐
Covalliero ClassicSynthetik20–35 €Sommer/FrühlingAllrounder⭐⭐⭐⭐
Roeckl ChesterSynthetik35–50 €SommerVielreiter⭐⭐⭐⭐⭐
Roeckl WeldonLeder55–75 €GanzjahrTurnier⭐⭐⭐⭐⭐
Kingsland ClassicLeder/Synthetik40–60 €GanzjahrTurnier+Training⭐⭐⭐⭐
Roeckl Warwick (Winter)Synthetik+Thinsulate55–80 €WinterWinterreiter⭐⭐⭐⭐⭐
HKM Kinder-HandschuheSynthetik10–20 €SommerKinder⭐⭐⭐⭐

Unser Alltagstipp: Der Roeckl Chester ist das meistgekaufte Modell unter aktiven Reitern – und das aus gutem Grund. Ausgezeichnete Griffigkeit, angenehmes Material, maschinenwaschbar und doch langlebig. Für rund 40 Euro ein Handschuh der deutlich über seiner Preisklasse spielt.

Winterreithandschuhe – wärmt und schützt bei kaltem Wetter
Gute Winterhandschuhe halten Finger warm ohne die Sensibilität am Zügel zu opfern

🎯 Turnier-Handschuhe: Was ist vorgeschrieben?

Es gibt keine strikte Handschuh-Pflicht bei FN-Turnieren, aber es ist üblich und wird erwartet. Wähle helle Farben (weiß, hellgrau, beige) für Dressur und klassische Reithandschuhe für Vielseitigkeit und Springen.

In der Dressur sind weiße oder helle Handschuhe Standard – sie passen zum weißen Hemd oder Turnierjacke und vermitteln Eleganz. Dunkle oder bunte Handschuhe fallen auf und können einen unprofessionellen Eindruck machen, auch wenn sie nicht verboten sind.

Beim Springen ist die Regelung lockerer, aber auch hier sind neutrale Farben üblich. Auffällig bunte Handschuhe sind im Parcours fehl am Platz.

Turnier-Empfehlungen:

  • Dressur: Weiße Leder-Turnierhandschuhe von Roeckl oder Kingsland
  • Springen: Helle synthetische Handschuhe, gut sitzend
  • Vielseitigkeit: Robuste, haftende Modelle – das Gelände fordert guten Halt

💰 Reithandschuhe nach Preisklassen

Du musst keine 80 Euro für gute Reithandschuhe ausgeben. Für 25–40 Euro bekommst du ausgezeichnete Alltagshandschuhe. Nur für Turniere und den Winter lohnt die Investition in höherwertige Modelle.

Budget bis 25 Euro: Für Einsteiger und seltene Reiter vollkommen ausreichend. Marken wie HKM, Busse oder günstige Eigenmarken bieten ordentliche Qualität. Griffigkeit und Langlebigkeit sind eingeschränkter als bei teureren Modellen.

25–50 Euro (Sweet Spot): Hier sind Roeckl, Covalliero und Felix Bühler zu finden. Deutlich bessere Materialien, mehr Farboptionen, bessere Nähte. Für regelmäßige Reiter die beste Investition.

50–80 Euro (Premium-Alltag): Ledermodelle und Premium-Synthetics. Roeckl Weldon, Kingsland Klassiker. Langlebiger, bessere Optik, für ambitionierte Reiter und Turniere.

80+ Euro (Top-End): Handgefertigte Lederhandschuhe, individuelle Passform, professionelle Turnierniveaus. Für die Meisten nicht notwendig.

🧹 Pflege und Reinigung

Synthetische Reithandschuhe können einfach in der Waschmaschine bei 30°C gewaschen werden – das verlängert ihre Lebensdauer erheblich. Lederhandschuhe dagegen brauchen spezielles Lederpflegemittel und sollten nie maschinell gewaschen werden.

Synthetik-Handschuhe reinigen:

  1. In Wäschenetz (verhindert Verformung)
  2. 30°C, Schonprogramm
  3. Nicht trocknen – an der Luft trocknen lassen
  4. Beim Trocknen auf eine Hand oder Handschuhhalter stülpen für Formerhalt

Leder-Handschuhe reinigen:

  1. Mit feuchtem Tuch vorsichtig abwischen (kein Einweichen!)
  2. Lederpflegemittel (z.B. Leather Balsam) dünn auftragen
  3. An der Luft trocknen – nie auf der Heizung
  4. Regelmäßige Pflege verhindert Austrocknen und Rissbildung
Reiterin bereitet sich mit Handschuhen aufs Reiten vor
Gut gepflegte Handschuhe halten deutlich länger und behalten ihre Griffigkeit

👧 Reithandschuhe für Kinder

Kinderhandschuhe für den Reitsport brauchen die gleichen Eigenschaften wie Erwachsenenmodelle: Griffigkeit, Komfort und gute Passform. Wähle Modelle, die das Kind begeistern – dann wird es sie auch tatsächlich tragen.

Kinder haben schmale Finger und kleine Hände – nicht einfach Damen-XS kaufen, sondern speziell als Kindermodell entwickelte Handschuhe. HKM, Covalliero und Busse bieten gute Kindergrößen (ab Größe 4).

Bunte Farben und Motive? Klares Ja! Ein Kind, das seinen Handschuh mag, trägt ihn gerne. Das ist wichtig – denn das Argument "ich brauche die nicht" kennst du sicher.

Empfehlenswert: HKM Kinder-Handschuhe und Covalliero Kids sind gute und günstige Optionen.

🛒 Kauftipps und häufige Fehler vermeiden

Der häufigste Fehler beim Kauf von Reithandschuhen: zu groß kaufen. Ein Handschuh soll eng sitzen – Falten in der Innenhand verringern die Griffigkeit erheblich. Im Zweifel eine Nummer kleiner wählen.

Fehler #1: Zu große Handschuhe. Falten in der Handinnenfläche bedeuten weniger direkten Kontakt mit dem Zügel. Handschuhe dehnen sich beim Einreiten minimal aus – eng ist gut.

Fehler #2: Keine Saison beachten. Mit dicken Winterhandschuhen im Sommer verlierst du Feingefühl. Mit dünnen Sommerhandschuhen im Winter frieren die Finger – und du verkrampfst unbewusst.

Fehler #3: Falsches Material für den Einsatz. Leder auf nassen Wiesen? Schlechte Idee ohne Imprägnierung. Synthetik auf wichtigen Turnieren? Suboptimal für den Gesamteindruck.

Fehler #4: Billig-Handschuhe ohne Reit-spezifische Verarbeitung. Normale Arbeits- oder Fahrradhandschuhe haben nicht die richtige Griffbeschichtung für Zügelarbeit. Spar lieber woanders, aber nicht an Reithandschuhen.

Auf Amazon findest du eine große Auswahl an Reithandschuhen aller Marken und Preisklassen. Filtere nach "Reitsport" und nutze die Bewertungen als Orientierung – aber achte immer zuerst auf die Größentabelle des jeweiligen Herstellers.

❓ Häufige Fragen zu Reithandschuhen

Welche Reithandschuhe sind die besten?
Für den Alltag empfehlen wir synthetische Handschuhe von Roeckl, Covalliero oder HKM – gute Griffigkeit, maschinenwaschbar, langlebig. Für Turniere eignen sich Lederhandschuhe besser (klassischer Look, maximale Griffigkeit).
Brauche ich beim Reiten unbedingt Handschuhe?
Pflicht sind sie nicht, aber sehr empfehlenswert. Handschuhe schützen vor Blasen, Scheuerstellen und Kälteschäden. Auf Turnieren verbessern sie zudem den klassischen Eindruck.
Wie wasche ich Reithandschuhe?
Synthetische Handschuhe in der Regel bei 30°C in der Maschine. Lederhandschuhe niemals in die Maschine – nur feucht reinigen und mit Lederpflege behandeln.
Was kosten gute Reithandschuhe?
Einstieg ab 15–25 Euro (synthetisch). Gute Alltagshandschuhe 25–50 Euro. Premium-Lederhandschuhe 50–100 Euro. Winterhandschuhe bis 80 Euro.
Welche Größe bei Reithandschuhen?
Messe den Umfang deiner Hand auf Knöchelhöhe in Zentimetern. Tabellen variieren je nach Marke – bei Roeckl: 6=XS, 6,5=S, 7=M, 7,5=L, 8=XL.
Julia Hartmann
Julia Hartmann 🐴 Reiterin seit über 15 Jahren, Turniererfahrung in Dressur und Springen. Auf ReitHerz teile ich ehrliches Wissen über Reitsportausrüstung – ohne Marketingfloskeln.